Dinner for one

Regal mit Lebensmittel, Tisch mit Radio Regale mit Lebensmittel, Kunstinstallation Regale mit Lebensmittel, Kunstinstallation Regale mit Lebensmittel, Kunstinstallation Regale mit Lebensmittel, Kunstinstallation

dinner for one, 2026, Installation

ca. 180 x 270 x 310 cm

dinner for one

Ein Tisch, ein Stuhl, ein Teller, ein Radio. Und ringsherum, in raumhohen Regalen: Hunderte Konservendosen, eingelegte Gurken, Wasserflaschen, Klopapier, gefaltete Decken. Mit Dinner for One verwandelt der Hamburger Künstler Florian Huber einen Teil des Projektraums THE SPACE in ein begehbares Vorratslager – ein Bild zwischen fürsorglicher Vorsorge und stiller Verzweiflung.

Die Arbeit lädt Besucher*innen ein, mitten in einem sorgfältig angelegten Krisenvorrat Platz zu nehmen. Der einzelne gedeckte Teller in der Mitte macht spürbar, worum es geht: um das Alleinsein im Angesicht der Vorsorge, um die Frage, wovor wir uns eigentlich schützen – und um den schmalen Grat zwischen umsichtiger Vorbereitung und der Angst, die sich in Vorräten materialisiert.

Preppen als Spiegel der Gegenwart

Im Zentrum steht das Phänomen des „Preppens“ – das systematische Anlegen von Vorräten für den Ernstfall. Was in der Nische beginnt, ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen: Angesichts von Pandemien, Kriegen, Klimakrise und Energieunsicherheit wird das Horten von Vorräten zur alltäglichen Geste. Huber begreift das Vorratslager als Selbstporträt einer verunsicherten Gesellschaft – als einen Ort, an dem sich Weltbilder „lagern“ lassen und an dem sichtbar wird, was ein Mensch zum Leben und Überleben zu brauchen glaubt.

Auf dem Tisch spielt ein Radio – und was aus ihm dringt, sind ausschließlich schlechte Nachrichten. Meldung auf Meldung von Krisen, Katastrophen und Konflikten, unterbrochen nur vom vertrauten Rauschen der Sendersuche. Das Radio wirkt wie ein ganz gewöhnlicher Empfänger, doch es empfängt nicht, es kuratiert: Im Hintergrund filtert eine künstliche Intelligenz rund um die Uhr echte Nachrichtensendungen aus aller Welt und lässt nur das Negative durch – die Katastrophenmeldung, die Hiobsbotschaft, den Alarm.

So verdichtet sich am gedeckten Tisch eine Erfahrung, die viele kennen: das Gefühl, dass die Welt nur noch aus schlechten Nachrichten besteht. „Dinner for One“ führt vor, wie dieses Gefühl entsteht – nicht, weil die Welt ausschließlich aus Unheil bestünde, sondern weil ein unsichtbarer Filter entscheidet, was uns erreicht. Das Radio wird zum heimlichen Antreiber jener Angst, die ringsum die Regale gefüllt hat.